[slʌgIzm] Salon der Langsamzeit

Begehbares Hörspiel im Kraftwerk Bille

Büro Burandt

TERMINE
Premiere/Opening: Freitag, 01.Oktober 2021 um 20.15 Uhr
Samstag, 02. Oktober 2021 um 17.15 Uhr
 und 20.15 Uhr

Sonntag, 03. Oktober 2021 um 15 Uhr
 und um 18 Uhr

  • © Büro Burandt

  • © Büro Burandt

  • © Büro Burandt

  • © Büro Burandt

  • © Büro Burandt

Länge: ca. 70 Minuten

Nicht barrierefrei

English version below

Es rauscht. Deine Sinne brauchen einen Moment um im Salon anzukommen. Du nimmst eine Bewegung neben dir wahr – eine wurmartige Gestalt bewegt sich langsam auf dich zu. Sie heißt dich willkommen.

In „[slʌgɪzm] Salon der Langsamzeit“ erforscht Büro Burandt die Phänomene des Rauschens, sowie des „glitch“. Der „glitch“ nach Legacy Russell wird als eine positive Unterbrechung der gegebenen patriarchalen, heteronormativen, hyperkapitalistischen Weltordnung und deren linearer Zeitauffassung verstanden. Unbeschreiblich, weil zeit- und räumlich in ständigem Wandel, entzieht er sich jeglicher Kategorisierung. In „[slʌgɪzm] Salon der Langsamzeit“ verlieren sich Jetzt, Gleich, Hier und Dort in einem glitschigen, wabernden Zwischenraum.

 

Rauschen wird als physikalische Störgröße in der digitalen Kommunikation und als auditives Ereignis sinnbildlich für Veränderung und Geschwindigkeit untersucht. Im Multiversum des Salons wird es zu einem sich überlagernden, vielzüngigen Flüstern, einem polyphonen Kopffüßler:innenchor.

Ausgehend von diesen Phänomenen eröffnet „[slʌgɪzm] Salon der Langsamzeit“ alternative, feministische Zeit- und Raumkonzepte im Analogen, Digitalen und Dazwischen. Ansätze aus Techno- und Cyberfeminismus, vornehmlich von Legacy Russell, Donna Haraway und Karen Barad, werden spielerisch in eine neue Welten(un)ordnung übersetzt.

„[slʌgɪzm] Salon der Langsamzeit“ ist eine begehbare Installation: einzelne Objekte interagieren über Physical Computing-Soft- und Hardware mit den Besucher:innen und laden mit Sound, Text und Licht zum Verweilen, Zuhören und Einsinken ein. Zwei Performerinnen führen durch den Abend.

Büro Burandt wurde 2017 gegründet und besteht aus den Schwestern Franca Luisa und Carolina Burandt. Eine erste gemeinsame Arbeit wurde im Rahmen der miniaturen 2018 im Bremer Theaterkontor aufgeführt. Büro Burandt interessiert sich für Zwischenräume und –zeiten und Verschränkungen im Sinne des Neuen Materialismus und feministischer Theorien. Büro Burandt arbeitet zwischen Hamburg, Berlin und der Schweiz.

English version

It rushes. Your senses need a moment to arrive in the salon. You notice a movement next to you – a worm-like figure moves slowly towards you. It welcomes you.

In „[slʌgɪzm] Salon der Langsamzeit“, Büro Burandt explores the phenomena of noise, as well as glitch. The glitch according to Legacy Russell is understood as a positive interruption of the given patriarchal, heteronormative, hypercapitalist world order and its linear conception of time. Indescribable because it is constantly changing in time and space, it defies categorisation. In „[slʌgɪzm] Salon der Langsamzeit“ now, soon, here and there are lost in a slippery, wafting interspace.
Noise is examined as a physical disturbance in digital communication and as an auditory event emblematic of change and speed. In the multiverse of the salon, it becomes an overlapping, many-tongued whisper, a polyphonic cephalopod choir.

Based on these phenomena, „[slʌgɪzm] Salon der Langsamzeit“ opens up alternative, feminist concepts of time and space in the analogue, digital and in-between. Approaches from techno and cyberfeminism, primarily by Legacy Russell, Donna Haraway and Karen Barad, are playfully translated into a new worlds (dis)order.

„[slʌgɪzm] Salon der Langsamzeit“ is a walk-in installation: individual objects interact with the visitors via physical computing software & hardware and invite them to linger, listen and sink in with sound, text and light. Two performers lead through the evening.

Büro Burandt was founded in 2017 and consists of the sisters Franca Luisa and Carolina Burandt. A first joint work was performed at the Bremer Theaterkontor as part of miniaturen 2018. Büro Burandt is interested in interstitial spaces and times and entanglements in the sense of New Materialism and feminist theories. Büro Burandt works between Hamburg, Berlin and Switzerland.

Konzept, Performance, Sound und Text: BÜRO BURANDT (Carolina Burandt, Franca Luisa Burandt) / Bühne: BÜRO BURANDT & Nik Brandl / Kostüm: BÜRO BURANDT & Johanna Winkler

Mit herzlichem Dank an: 
Ernst Busch – Hochschule für Schauspielkunst Berlin, deinermeiner Atelier, Schaumstoff Lübke, Der Schaumstoffladen Berlin, lang & breit, Uwe Martin und QUARTIER Bremen

Gefördert durch: 
Behörde für Kultur und Medien Hamburg