GILGAMESCH – KRIEG DER WIRKLICHKEIT

Premiere + Film on Demand im #lichthof_lab

Unkoordinierte Bewegung IM #LICHTHOF_LAB

  • © Unkoordinierte Bewegung

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Der Pilotfilm zu einer mehrteiligen Serie „Gilgamesch – Krieg der Wirklichkeit” verhandelt die Vereinnahmung von Geschichte(n) durch Ideologien. Auf Basis des antiken „Gilgamesch”-Epos entfaltet die Künstler*innen-Gruppe Unkoordinierte Bewegung eine satirische Neudichtung im Stil einer fantastischen und surreal-grellen Comic- und Puppenwelt.

© Mikael Ross

Im Zuge des Aufstiegs der AfD in Ostdeutschland und der wachsenden Dominanz rechter Diskurse in Europa wurde die „Gilgamesch”-Erzählung für die Künstler*innen zum Reflektionspunkt für die Gegenwart: Sie reisten mit Kamera, Tonband und dem Epos im Gepäck nach Hoyerswerda in die Lausitz und führten dort zahlreiche Interviews. Vom Bürgermeister eines vom Tagebau bedrohten Dorfes, einer Archäologin, einem AFD-Politiker, bis hin zum örtlichen Fleischer sprachen sie vorbehaltlos über die Situation vor Ort, die sich als komplexe politische und wirtschaftliche Krise zeigte: zwischen DDR-Erbe und kapitalistischer Ich-Behauptung, zwischen unbelebten städtischen Zentren und vom Tagebau zerstörten Landstrichen sind Gemeinschaft und Selbstbilder massiv erodiert. In diese Situation stoßen Verschwörungstheorien und Fremdenhass.

Das „Gilgamesch”-Epos beginnt – so die Analogie – mit der Krise des Systems der Stadt Uruk. Die Menschen flehen die Götter an, der Übermacht des Königs Gilgamesch etwas entgegenzusetzen, der sein Volk brutal unterdrückt. Die Götter schaffen daraufhin den Tier-Menschen Enkidu. Enkidu ist stark, aber neu in der Welt der Menschen. Er kämpft gegen Gilgamesch, glaubt jedoch in ihm einen Bruder gefunden zu haben, der ihm die Augen öffnet für den wahren Feind des Volkes: den Walddämon Humbaba. So ziehen beide schließlich gemeinsam in den Kampf gegen Humbaba und begegnen dabei sich selbst und ihren ureigensten Ängsten.

Die satirische Neudichtung des „Gilgamesch”-Epos durch die Gruppe Unkoordinierte Bewegung beginnt auch mit einem göttlichen Eingriff in die Krise: Das als Fernseh-Star gescheiterte Schwein „Schweini“ (ehemals “Schweinis vegane Kochshow”) siecht vor der Glotze vor sich hin, als ihm „Miss Democracy“ erscheint und verkündet, dass er der Auserwählte ist, der die Menschen vor der Diktatur und der Klimakatastrophe retten müsse. Seine Mission begänne dort, wo es am schlimmsten ist: Auf Facebook? Bei YouTube? Instagram? Nein. In Hoyerswerda …

Idee/Konzept: Unkoordinierte Bewegung / Regie & Script: Tobias Schülke / Dramaturgie: Matthias Mühlschlegel, Yael Sherill / Co-script: Matthias Mühlschlegel, Jannis Klasing / Produktion: Stückliesel / Production-consulting: Yael Sherill / Mr Fear (Puppenanimation): Magda-Lena Schlott / Schweini (Puppenanimation): Mirjam Schollmeyer / Miss Democracy: Magda-Lena Schlott / Voice of Darkness: Magda-Lena Schlott / Synchronisation englisch/deutsch Mr.Fear, Schweini, Voice of Darkness, conservative cows, neoliberal cows, fascist cows, cows that fear change, middle-class cows, bad Duck: Tobias Schülke / Puppenbau: Magda-Lena Schlott / Szenenbildnerin: Katherine Sultan / Set-Bau: Wayne Wolfgram / Szenenbildassistentin: Kristina Lanis / Kostüm: Anne Sophie Domenz / Storyboard: Magda-Lena Schlott / Sound-Design: Felix Schmidt / Kamera: Nuno Martini / Kamera-Assistant: Christian Passeri / Schnitt: Elisa Romswinkel / VfX, Compositing: Holger Bueck, Elisa Gonzalez Romswinkel / Regie-Assistant-Dreh: Sebastian Thieme / Tonmitschnitt-Dreh: Alex Acevedo, Jordi Braut / Tonstudio: Kling Klang Klong / Musik: Helge Ebinger / Zusätzliche Musik: Alex Acevedo, Julian Jaschke, Felix Schmidt, Tobias Schülke / Presse-Arbeit: Stückliesel / Filmstudio: Die Klappkatze / Plakat Entwurf & Design: Mikael Ross

WORLD OF POO

Konzeption: Tobias Schülke / Regie & Skript: Tobias Schülke / Storyboard: Mikael Ross / Illustration: Mikael Ross / 2D-Animation: Holger Bück / Stimmen: Schweini / Musik: Alex Acevedo, Helge Ebinger, Julian Jaschke / Sounddesign: Felix Schmidt

NACHDREH

Kamera: Christoph Kube / Storyboard: Mikael Ross / Szenenbild: Katherine Sultan / Szenenbildassistentin: Kristina Lanis / Beratung: Jonas Spriesterbach

RESEARCH

Unkoordinierte Bewegung, Kolja Unger, Yael Sherill, Anna Saraste

Gefördert durch:

Behörde für Kultur und Medien Hamburg, Hamburgische Kulturstiftung, Rudolf Augstein Stiftung und DfdK Hamburg – Produzieren unter Coronabedingungen