#TakeHeart Residenz

Wir freuen uns mit allen #TakeHeart Residierenden auf spannende Rechercheprojekte.

Frauke Aulbert, Jens Bluhm, Luca Ton Bogataj, Carolina Burandt, Franca Burandt, Sarah Buser, Mab Cardoso, Ricardo Gehn, Sabine Glenz, Eva-Maria Glitsch, Bruno Gola, Greta Granderath, Katrin Hentschel, Gesine Lenz, Meredith Nicholls,  Juliana Oliveira, Christopher Ramm, Marina Sarno, Gloria Schulz, Susanne Schuster, Torben Spieker, Meera Theunert, Jeanne Charlotte Vogt

 

Das #TakeHeart Residenz-Programm unterstützt 17 Künstler:innen und Kollektive, die langjährig professionell arbeiten sowie 5 Nachwuchskünstler:innen in der wichtigen Phase der Konzeptentwicklung und Recherche. Das Programm soll zudem die Verbindung der Künstler:innen mit dem LICHTHOF Theater stärken und den Weg für gemeinsam zukünftige Projekte bereiten. Das LICHTHOF Theater stellt Räume zur Verfügung und bietet Aktivitäten zur Vernetzung der Resident:innen an.

Außerdem gibt es die Möglichkeit einer überregionalen bundesweiten Vernetzung aller Resident:innen innerhalb des Netzwerks Freier Theater (NFT), zu dem das LICHTHOF Theater gehört.

 

 

Frauke Aulbert

In Neuer Musik und Performance, aber auch im Theater wird Video als klassisches (erzählendes) Filmmaterial oder als Bühnenbild / eine Atmosphäre erzeugendes Medium eingesetzt.In dem vorliegenden Rechercheprojekt wird untersucht, ob und wie eine Leinwand als Spielpartner nicht nur als Bühnenbild, sondern auch als Kostüm und Interaktionspartner genutzt werden kann. Als eine Art lebendiges Relief agiert die Performer*in mit Gesicht/Kopf, Armen und Beinen durch die Leinwand hindurch, die die Körperteile an einigen Stellen durch Schlitze und Löcher hindurchlässt. Die Idee hierzu entstand über die Fotowände, die sich an Ferien-und Freizeitorten oder als Werbewände finden lassen. Zunächst werden eine Testleinwand und Testbilder hergestellt. Hierzu probiere ich verschiedene Materialien aus: Film, gemalte und anders (Collage) analog hergestellte Bilder, die dann wieder abgefilmt und teilweise animiert werden., z.B. àla Papierpuppen oder Emoji-Apps.

 

Jens Bluhm und Meredith Nicoll. Projekt picnic

Was macht Gesang, wenn er mit Sprache konfrontiert wird, die nicht dazu gedacht ist, gesungen zu werden? Was wird aus der Sprache, wenn sie gesungen wird – entstehen Bedeutungsverschiebungen? Welche Funktion kann Gesang, kann Stimme übernehmen? Welche Vorgänge der Übersetzung finden statt, drängen sich vielleicht sogar auf? Wie stehen wir zu tradierten Methoden wie der Übertitelung gesungener Sprache? Und wann wird Gesang performativ?Innerhalb des Rechercheprojektes werden wir die Interferenz von Gesang, Sprache und Performativität ausloten.Im Rahmen von “keep going” treffen für diese Arbeit Meredith Nicoll (Gesang, Musikwissenschaft und Performance) und Jens Bluhm (Regie, Text, Video) zusammen, um konkret methodische Versuche des Interagierens von Sprache und Gesang zu unternehmen. Alle anderen von picnic sind an der Recherche beteiligt, um den Gruppenprozess und die gemeinsame Ausrichtung voran zu bringen.

 

Carolina Burandt

In der Recherche PARKS möchte ich die Zusammenhänge von Vergnügungsparks und totalitären Regimen untersuchen. Inwiefern ähneln die Paraden, die einmal stündlich durch das Disney Land Paris fahren, denen militärischer Aufmärsche? Welche Prinzipien unterliegen dem Drang und der Faszination Sammlungen zur Schau zu stellen?

 

Franca Burandt

In „Flüsternd schreien – Vom Mut, mit brüchiger Stimme zu sprechen“ beschäftigt Franca Luisa Burandt sich mit den Erwartungen an Stimmen und dem Sprechen/Schweigen über „Fehlgeburten“. Fehlgeburten sind noch immer ein Tabuthema in unserer Gesellschaft. Darüber, dass etwa 20 % der Schwangeren den Tod im eigenen Leibe erfahren, wird wenig gesprochen. Das „Totschweigen“ ihres Verlusts erschwert es Betroffenen, sich mit einem Trauma offen auseinanderzusetzen und sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Die „Stimme erheben“ ist ohne einen (Klang-)Raum dafür schwierig, doch wie Audre Lorde sagte: „Mein Schweigen hatte mich nicht geschützt. Euer Schweigen wird euch auch nicht schützen.(…) Und natürlich habe ich Angst, – ihr könnt es meiner Stimme anhören (…) (A.L. 1977).“

 

Granderath&Oliveira und Torben Spieker. Projekt ISO

Die Recherche ISO (ERROR 426) soll unsere Arbeit an der Schnittstelle zwischen Digitalkultur und Performance langfristig stärken. Ausgangspunkt sind die künstlerischen Erfahrungen und Fragestellungen, die das Performance-Duo Granderath&Oliveira 2021 mit dem Chat-Projekt ISO gesammelt hat. ISO war ein mehrteiliges, partizipatives Projekt, das Performance, Chats und Privatfotografie miteinander verbunden hat. In den ISO-Chats wurden verschiedene partizipative Tools, performative Aufgaben und programmierte Bots getestet und die Teilnehmenden dazu aktiviert, ihre eigene Fotografiepraxis und ihre Archive mit einzubringen. Ergebnisse dessen sollen in ISO (ERROR 426) gemeinsam mit dem Medienkünstler Torben Spieker untersucht und weiterentwickelt werden: Wie können und wollen wir digital miteinander verweilen und Methoden für bewusste Mediennutzung entwickeln? Was heißt es, im digitalen Raum –oder in einem Chat zwischen zwei Unbekannten –Regie zu führen? Kann die Entstehung einer emotionalen Nähe automatisiert werden? In der Recherche steht weiterhin Privatfotografie im Fokus, die eine zentrale Rolle in der digitalen Kommunikation spielt (Insta, Chats, Dating-Apps, Hashtag-Suche etc.). Wie lässt sich diese Rolle, z.B. durch performative Tasks oder programmierteEingriffe, reflektieren und stören? Welchen (Tausch)Wert hat ein Foto -künstlerisch, gesellschafts-politisch, datentechnisch, wirtschaftlich?

 

 

#TakeHeart – gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von NEUSTART KULTUR.