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Just in case

Ein Auf- und Abstellkammerspiel

picnic

  • © Jens Bluhm

  • © Jens Bluhm

Termine

  • Fr 8.10.21, 20:15 | Premiere
  • Sa 9.10.21, 20:15
  • So 10.10.21, 18:00
PREIS: €8 – €24 ORT: LICHTHOF Theater Tickets

Keep only those things that speak to the heart, and discard items that no longer spark joy. (…) It’s about choosing joy.
– Marie Kondo

„Cases“ [d.h. Kisten, Koffer, usw.] sind dazu da, um Material zu transportieren, zu lagern und zu verstecken. Der Kasten besteht aus Kunststoff oder Metall, ist aber auch die physische Manifestation einer Frage: Wessen Instrumente, Güter, Objekte oder Dokumente sind es wert, transportiert und konserviert zu werden? Was soll später wieder sichtbar gemacht werden, was versteckt bleiben? Was behalten wir? Was muss weg?

Wer diese Entscheidungen fällt, bewertet Dinge und betreibt Ausgrenzung. Sortieren bedeutet immer Schubladendenken. Keine Entscheidung zu treffen ist allerdings die Verweigerung, Wesentliches von Unwesentlichem zu trennen. Ein unbehagliches Dilemma.

Wer Dinge „just in case“ – „für alle Fälle“ aufbewahrt, trifft keine Entscheidung, spekuliert auf Eventualitäten, hat keinen Plan oder wird zum „Prepper“. Alles zu horten ist ein Zeichen von Pessimismus, Zukunftsangst und daraus folgender Unbeweglichkeit.

Theater ist eine Kunstform der Dinge und Materie. Wo Theater stattfindet, wird Materie bewegt: Angefertigt, gepackt, zerlegt, geordnet, repariert, (wieder) zusammengesetzt, aufgestellt, -gehängt, -gebaut. Nach dem Theater werden die Dinge in Veranstaltungskisten verstaut und eingemottet.

Die interdisziplinäre Stückentwicklung „just in case“ widmet sich der Ästhetik dieser speziellen Kisten. Sie sind das materielle Element unserer Veranstaltung; das Bühnenbild, die Requisiten. Sie haben eine eigene Ästhetik, einen eigenen Sound, sie schreiben eine geräuschvolle Partitur, sie spielen ihr eigenes Spiel. Sie bauen Spannung auf, denn sie verbergen Dinge. Und „Dinge bringen Fokus in das Game“ (Deichkind).
picnic traut sich in die Abstellkammer der Gesellschaft, pustet den Staub von den Kisten, schreibt Inventarlisten und scheitert am Sortieren.

Ein performativer Versuch aus Sprache und Klang, den Wert der Dinge zu ermitteln.

English version

Does it spark joy?
– Marie Kondo

After the curtain falls and the theater closes, the black storage cases are wheeled out to protect, to transport and to store the things worth keeping. The rolling cases perform their own show, their own score, their own aesthetic. They provide the inspiration for picnic’s newest interdisciplinary performance project ”just in case“.

What stays? What goes? What’s in there anyway? To sift, to sort, to categorize. Are we clearing, clarifying and simplifying? Or are we merely pigeonholing, stereotyping, and forgetting?
The theatre collective picnic takes a deep breath, blows off the dust, and makes another doomed attempt to get things sorted in society’s attic.
Using language and sound, just in case is a performative experiment to determine the value of things.

picnic: Jens Bluhm (Regie, usw.), Lena Carle (Dramaturgie usw.), Anna Eger (Schauspiel usw.), Meredith Nicoll (Gesang usw.), Felix Stachelhaus (Musik usw.), Gianna-Sophia Weise (Kostüm usw.)


www.team-picnic.com

Gäst:innen: Irini Aravidou (Schlagwerk), Beata Berger (Tontechnik), Chi-Chung Cheung (Produktionsleitung), Colin Hausberg (Schauspiel usw.), Marie Häusner (Bühne usw.), Lisa Hofer (Stimme usw.), Katharina Lauer (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit), Laura Mitzkus (Schauspiel usw.), Lola Mlačnik (Schlagwerk), Selina Peter (Produktionsassistenz, Mitarbeit Social Media), Casimiro Ragusa (Mitarbeit Bühnenbau)

Film: Jens Bluhm (Regie, Schnitt), Anne Braun (Kamera & Schnitt), Dominik Siegmann (Kameraassistenz), Karola Pfaffinger (Ton), Felix Stachelhaus (Komposition, Tonmischung)

Mit herzlichem Dank an Amptown Cases

Gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von NEUSTART KULTUR.