Dokumentartheater
DRIVE
Kristóf Kelemen, Tímea Török, Teresa Lucia Rosenkrantz
Termine
- Do. 30.4.26, 20:15
- Fr. 1.5.26, 20:15
Dauer: ca. 80 Minuten
Sprache: Ungarisch | mit deutscher Übertitelung
Begleitender Workshop am Fr 1.5.26 um 16:00 Uhr
Der begleitende Workshop zur Performance DRIVE lädt Menschen mit unterschiedlichen Arbeits- und Lebenserfahrungen ein. Mit biografischen Übungen, kurzen Inputs zu Klassismus sowie Methoden aus Körperarbeit und Improvisation erkunden wir Erfahrungen von Arbeit, Zusammenarbeit und Solidarität. Anmeldung per Mail erforderlich: teresa@rosenkrantz.me
Seit den 1990er Jahren wächst die Präsenz deutscher Automobilkonzerne in Ungarn, während die Autoindustrie zu einem zentralen Symbol des komplexen kapitalistischen Systems geworden ist. Dieses System prägt unser aller Leben. Das Fließband steht nie still, das Tempo steigt unaufhörlich, Leistung wird kontinuierlich optimiert. Alle zwei Minuten verlässt ein Auto die Fabrik, alle zwei Monate feiert eine neue Theaterproduktion Premiere. Konsum schafft Arbeitsplätze, die den Konsum weiter ankurbeln, während sich die soziale Schere immer weiter öffnet.
Ein Schauspieler und zwei gewerkschaftlich organisierte Arbeiter:innen aus deutschen Premium-Automobilfabriken in Ungarn richten ihren Blick auf dieses Gefüge. Drei persönliche Geschichten, die nun aufeinandertreffen. Kann es in diesem Zustand permanenter Beschleunigung bereits ein Akt von Solidarität und Widerstand sein, sich Zeit zu nehmen, einander kennenzulernen – und sich in die Lage des anderen hineinzuversetzen?
Begleitender Workshop am 1. Mai
Zeit : 16:00–19:00 Uhr
Sprache: Englisch (mit Übersetzung Deutsch / Ungarisch verfügbar)
Anmeldung: Bitte per E-Mail an teresa@rosenkrantz.me
Wie kann Kunst ein Ort sein, an dem Menschen aus unterschiedlichen Klassen einander begegnen? Welche Rolle spielen Herkunft, Arbeit und Klasse in der Kunst – und darüber hinaus?
Der begleitende Workshop zur Performance DRIVE bringt unterschiedliche Arbeitsrealitäten zusammen. Neben Künstler:innen und Kulturarbeiter:innen teilen auch Performer:innen ihre Perspektiven, die gleichzeitig als Arbeiter:innen in deutschen Premium-Autofabriken in Ungarn beschäftigt und gewerkschaftlich organisiert sind. Ihre Erfahrungen verweisen auf die engen Verflechtungen zwischen der deutschen Automobilindustrie und politischen sowie wirtschaftlichen Entwicklungen in Ungarn.
Gemeinsam mit der Hamburger Choreographin und Antiklassismus-Aktivistin Verena Brakonier und dem Team von DRIVE nähern wir uns diesen Themen durch biografische Übungen, kurze Inputs zu Klassismus im Kulturbereich und einen offenen Austausch über unterschiedliche Arbeits- und Lebenserfahrungen.
Neben Gespräch und Reflexion arbeiten wir auch praktisch: Mit Methoden aus Körperarbeit, Improvisation und performativen Spielweisen erkunden wir Erfahrungen von Arbeit, Zusammenarbeit und Solidarität.
Der Workshop lädt Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen ein, ihre Perspektiven einzubringen und gemeinsam darüber nachzudenken, wie Zusammenarbeit über Klassen-, Berufs- und Ländergrenzen hinweg möglich sein kann.
Darsteller:innen: Viktória Zsanett Lantos, Zsolt Nagy, Sándor Németh / Video: Márton K. Takács, Lambert Strehlke / Musik: Márton Kristóf / Licht- und Tontechnik: Bala Szabon / Videotechnik: Tibor Kiefer / Produktionsassistentin: Anita Totobé / Produktionsleiter: Dániel Mayer / Berater: Tibor Meszmann / Outside Eye: Judit Böröcz / Konzept und Kreation: Kristóf Kelemen, Tímea Török, Teresa Lucia Rosenkrantz / Tourassistenz: Eszter Lovrity, Brigitta Kovács (Next Stage+)
Gefördert durch: Goethe-Institut (Internationaler Koproduktionsfonds), Freie und Hansestadt Hamburg – Behörde für Kultur und Medien, Staféta Programm, Stadtverwaltung der Hauptstadt Budapest, FÜGE Produktion, SzínMűHely Stiftung, Next Stage+, co-funded by the European Union
Disclaimer: Von der Europäischen Union finanziert. Die geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen jedoch ausschließlich denen des Autors bzw. der Autoren und spiegeln nicht zwingend die der Europäischen Union oder der Europäischen Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) wider. Weder die Europäische Union noch die EACEA können dafür verantwortlich gemacht werden.
Seit den 1990er Jahren bauen viele deutsche Autofirmen ihre Fabriken in Ungarn. Diese Fabriken zeigen, wie unsere Wirtschaft funktioniert.
In dieser Wirtschaft geht alles schnell – und immer schneller. Die Leute sollen immer mehr leisten. Alle zwei Minuten fährt ein fertiges Auto aus der Fabrik. Wir kaufen Dinge, dadurch entstehen Arbeitsplätze, dadurch können wir wieder mehr kaufen. Aber: Die Reichen werden reicher, die Armen bleiben arm.
In dem Stück treffen drei Menschen aufeinander:
ein Schauspieler
zwei Arbeiter aus deutschen Autofabriken in Ungarn
Sie schauen gemeinsam auf diese Welt. Jeder hat seine eigene Geschichte.
Und sie fragen sich: Ist es schon ein Zeichen von Widerstand, wenn man in all der Hektik einfach innehält – und sich gegenseitig zuhört und versucht, den anderen zu verstehen?
Since the 1990s there has been a growing presence of German automotive corporations in Hungary, while the car industry itself has become a core symbol of the highly complex capitalist system. It shapes all of our lives. The assembly line never stops, the pace keeps increasing, and our performance is continuously being optimised. Every two minutes, a car leaves the factory; every two months, a new theatre production premieres. Consumption creates jobs that further fuel consumption, while the gap between social classes continues to widen.
An actor and two union workers from two German premium car factories operating in
Hungary turn their gaze toward this structure. Three personal stories that now intersect. In this state of constant acceleration, could it already be an act of solidarity and resistance to take time to get to know one another—and to imagine ourselves in someone else’s position?
Accompanying workshop on 1 May
Time: 4:00–7:00 p.m.
Language: English (with translation into German/Hungarian available)
Registration: Please send an email to teresa@rosenkrantz.me
How can art become a place where people from different classes meet? What role do background, work and class play in the arts – and beyond?
The workshop accompanying the performance DRIVE brings together different working realities. Alongside artists and cultural workers, performers also share their perspectives as workers employed in German premium car factories in Hungary and active in trade unions. Their experiences point to the close entanglement between the German automotive industry and political and economic developments in Hungary.
Together with Hamburg-based choreographer and anti-classism activist Verena Brakonier and the DRIVE team, we approach these questions through biographical exercises, short inputs on classism in the cultural sector, and an open exchange about different working and living experiences.
Alongside discussion and reflection, the workshop also includes practical exploration. Using methods from bodywork, improvisation, and performative practices, we investigate experiences of work, collaboration and solidarity.
The workshop invites people from different backgrounds to contribute their perspectives and to collectively reflect on how collaboration across class, professional, and national boundaries might become possible