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Foto © Alek Niemiro

 

ALEK NIEMIRO IM INTERVIEW ZU SEINEM STÜCK MURPHYS GESETZ

Alek Niemiro hat den Start off-Wettbewerb für Nachwuchsregisseur*innen gewonnen. Sein Stück MURPHYS GESETZ feiert am 15.09.2018 Premiere am LICHTHOF Theater. Darin erforscht er die Ursachen menschlichen Scheiterns gemeinsam mit zwei Schauspielerinnen, lässt in Abgründe blicken und Infernalisches aufblitzen.

 
Im Interview hat er Fragen zu sich, seinem Stück und der Arbeit als junger Regisseur beantwortet.

 
 

Wie war deine erste Reaktion als du erfahren hast, dass du den Start off-Wettbewerb gewonnen hast?

Natürlich habe ich mich sehr darüber gefreut, vor Allem weil mir das Thema „Murphys Gesetz“ so am Herzen liegt und ich richtig Lust auf eine unkonventionelle Projektarbeit habe.


Wie bist du auf das Thema „Murphys Gesetz“ gekommen?
In der Arbeit am Theater und überhaupt in kreativen Prozessen geht so viel schief - da fängt man an nachzudenken, woran das liegt - wo Scheitern aber auch bisweilen neue Horizonte eröffnen kann. Bei diesen Überlegungen spielt Murphys Gesetz natürlich auch eine wichtige Rolle.


Setzt Du das Stück mit Menschen um, die du bereits aus anderen Arbeiten kennst?

Ganz nach dem Motto „Never change a winning Team“, arbeite ich gerne mit den Menschen zusammen, mit denen ich bereits gute und inspirierende Erfahrungen gemacht habe. Für das aktuelle Projekt habe ich ein vertrautes Team um mich. Mit den beiden Schauspielerinnen arbeite ich zum ersten Mal.


Was möchtest Du als junger Regisseur in der Regie- und Theaterlandschaft gerne verändern oder einfach anders machen?

Ich möchte verkrustete, veraltete Stadttheaterstrukturen aufbrechen, interdisziplinär arbeiten, die Grenzen, wo man sich Inspiration für das Theater holt, weitest möglich denken. Außerdem arbeite ich gerne im Kollektiv, das heißt, ich verstehe mich nicht als der autoritäre Regisseur, der alles bestimmt, sondern lege Wert auf die Gedanken, Anmerkungen und die kreative Mitarbeit aller Produktionsbeteiligten.


Wodurch oder durch wen wirst Du inspiriert?

Mich inspirieren Alltagssituationen ebenso wie Filme, Musik und Literatur. Häufig sind es Details, die mich anspringen und etwas in mir auslösen, was ich dann weiterverfolge. Ganz besonders liebe ich es, planlos im Internet zu surfen und dabei auf Youtube und in diversen Blogs für mich Spannendes zu entdecken.


Was geht bei dir immer schief? 

Ich glaube, das kann man allgemeiner sagen: Vor allem in der Kommunikation geht sehr viel schief. Einer sagt etwas, der andere versteht etwas ganz anderes. Das kann manchmal sehr lustig sein, manchmal auch fatal. 



Was geht im Theater immer schief? 

Alles.

 

 
Was reizt dich an Fehlern? Wo liegt die Schönheit im Fehler?

Ein Fehler stellt auch immer etwas infrage. Wenn man sich damit beschäftigen mag, eröffnen sich dadurch neue Blickwinkel und Möglichkeiten.

 
 

Gibt es Fehler?

Na klar. 

 
 

Machst Du andere auf ihre Fehler aufmerksam?

Ab und zu, manchmal ja und manchmal nein. Manchmal finde ich zum Beispiel die Art, wie jemand ein Fremdwort falsch ausspricht, so charmant, dass ich das nicht verbessern mag.


Wirst du auf eigene Fehler aufmerksam gemacht?
Ich hoffe doch.

 

 

Was ist das Schlimmste, das Du dir vorstellen kannst, was schiefgehen könnte?​

Meine eigene Hochzeit zu verschlafen.

 
 

Alek Niemiro wurde 1992 geboren und assistierte nach seinem Abitur 2012 am Warschauer "Och-teatr". Bis 2015 studierte er Philosophie und Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Währenddessen hospitierte und assistierte er am Deutschen Theater Berlin, unter anderem bei Ivan Panteleev. Während seiner Zeit in Berlin entstanden erste Arbeiten in den „Sophiensaelen“. Von 2015 bis 2018 war er fester Regieassistent am Thalia Theater, wo er mit Regisseuren wie Bastian Kraft, Luk Perceval, Johan Simons, Jette Steckel und Sebastian Nübling zusammenarbeitete. Im Nachtasyl des Thalia Theaters sind u. a. folgende Abende entstanden: "Patrick Bateman - An American Psycho“, „Peter Weiss/Marat Sade“ und' "Das Ende von Eddy“, welches später ins Thalia Theater in der Gaußstraße verlegt wurde. Er gewann im Juni 2018 den “Start off-Wettbewerb“ für Regienachwuchs am LICHTOF Theater Hamburg. Sein Stück „Murphys Gesetz“ feiert am 15.09.2018 am LICHTHOF Theater Premiere und im Januar 2019 entsteht seine nächste Arbeit am Thalia Theater.


Der Start off-Wettbewerb richtet sich an Hamburger Nachwuchsregisseur* innen und ermöglicht die Realisierung einer eigenen Produktion am LICHTHOF Theater. Er bietet die Chance, die Bedingungen, Erfordernisse und Möglichkeiten der freien Theaterszene kennenzulernen.



LICHTHOF Theater
MURPHYS GESETZ
Zwei Clowns im Fegefeuer
von Alek Niemiro
URAUFFÜHRUNG Samstag, 15.09.2018 | 20:15 Uhr
Sonntag, 16.09.2018 | 18:00 Uhr
Donnerstag, 27.09.2018 | 20:15 Uhr
Freitag, 28.09.2018 | 20:15 Uhr
Samstag, 29.09.2018 | 20:15 Uhr
Sonntag, 30.09.2018 | 18:00 Uhr
€ 18 / € 12 / € 8

Von und mit: Alena Kolbach und Hanna Stange
Regie: Alek Niemiro
Dramaturgie: Margit Kreß
Musik: Tom Gatza
Bühne: Marion Schindler
Kostüm: Anna Degenhard
Produktionsassistenz: Caro Hellwig und Zoe Hars
Licht und Technik: Sönke C. Herm

Gefördert durch: Mara & Holger Cassens Stiftung, Hamburgische Kulturstiftung, LICHTHOF Stiftung, Rusch-Stiftung

 

© 2019 LICHTHOF Theater Hamburg