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soMermaids

Wann hast Du das letzte Mal auf der Spitze eines Berges Sex gehabt?

»Das Stück greift mit so einer sanften und zugleich entschiedenen Hand nach dem Magen, dass man es nicht ohne Tränen anschauen kann. Mit einer verblüffenden Offenheit fragt es nach den Ängsten, die viele UngarInnen im Ausland kennen: Woher weißt du überhaupt, dass du so, wie du bist, rausgerissen aus deiner Blase, als mitteleuropäische Frau, auf einer fremden Sprache nicht schrecklich mittelmäßig bist?« (Hanna Ongjerth, Népszava, Ungarn, 27. 12. 2018)

 

Wieso lässt sich auf Ungarisch einfach schöner fluchen als auf Deutsch? Und warum überhaupt sollte man auf der scharfen Spitze eines Berges Sex haben wollen? Das ungarisch-deutsche Kollektiv soMermaids gibt auf diese und andere Fragen bezwingende Antworten: Drei Frauen aus zwei Ländern sprechen über Politik und Schicksal, Persönliches und Alltägliches, Sex und Frustration. Im schnellen Wechsel zwischen 14 verschiedenen Sprachen kommentieren sie die Unterschiede in Ost- und Westeuropa, gesellschaftliche Muster in der aktuellen Politik und die Rolle von Sprache bei der kulturellen Integration und der eigenen Diversität.

 

Das Stück feierte 2018 im Theaterdiscounter Berlin Premiere und gewann im selben Jahr bei den Heidelberger Theatertagen den Preis der Jury sowie den Preis der Studierendenjury und entwickelte sich auf mehreren internationalen Festivals zum absoluten Publikumsliebling.

 

Ausgangspunkt der Inszenierung ist eine in Deutschland lebende ungarische Regisseurin, die sich im Produktionszwang befindet: Sie muss inszenieren, doch ist es interessant, was sie sagen will? Ihre eigene Diversität als gebürtige Ungarin und Wahl-Berlinerin konkretisiert sich in: Was kann/soll/muss man einem deutschen Publikum erzählen? Was ist ein deutsches Publikum? Wo fängt das Definieren an?

 

Drei Performerinnen, die die Gedankengänge der Regisseurin verkörpern, hüpfen zwischen Zeiten und Orten, greifen brennende politische Themen auf und kehren immer wieder zur Ausgangssituation zurück. Im schnellen Sprachenwechsel kommentieren sie die Unterschiede in Ost- und West-Europa, gesellschaftliche Muster in der zeitgenössischen Politik und die Rolle von Sprache bei der kulturellen Integration. 

 

Von und mit: Adrienn Bazsó, Panni Néder und Julia Bihl / Text und Inszenierung: Panni Néder / Kostüm: Emöke Samu und Susann Kotte
Länge: ca. 70 Minuten

 

Das Künstlerduo soMermaids besteht aus Adrienn Bazsó (Schauspielerin) und Panni Néder (Regisseurin). Die zwei Theatermacherinnen sehen sich als multidisziplinäre feministische Künstlerinnen, erforschen die unterschiedlichen Formen des biografischen und dokumentarischen Theaters und verflechten diese mit Bewegung, Gesang oder Videokunst - ihr Ziel ist es, jenseits von Kategorien Bühnenstücke zu entwickeln, in denen ein ehrliches und berührendes Aufeinandertreffen vom Publikum und Akteur*innen stattfindet.

 

Eine Produktion von soMermaids in Koproduktion mit dem Theaterdiscounter Berlin und dem Berliner Senat.


Gefördert durch:
Einstiegsförderung des Berliner Senats.

 

Gastspiel gefördert durch die Rusch Stiftung.

 

Foto © Lili Fenyvesi

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