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Herz der Finsternis

Nach Joseph Conrad
Start Off Wettbewerb 2012

"Felix Meyer-Christian baut - mit gedanklicher Schärfe und künstlerischer Widerständigkeit - eine artistische Stromschnelle in den sich konsumfreundlich und träge dahinwälzenden Theater-Mainstream." (Klaus Witzeling im Hamburger Abendblatt vom 12.9.2012)

 

Joseph Conrad beschreibt in seiner kritischen Auseinandersetzung mit dem Kolonialismus des 19. Jahrhunderts die tief sitzende Angst vor dem Fremden und die Tendenz des scheinbar zivilisierten Menschen, sich über das „Andere“, das „Wilde“, zu erheben.

 

Marlow, Kapitän einer belgischen Handelskompanie, macht sich auf zu einer langwährenden, kräftezehrenden Flussfahrt durch den kongolesischen Dschungel, um an deren Ende den wahnsinnigen Elfenbeinhändler Kurtz zu konfrontieren. Jener Abkömmling der Gesellschaft verkörpert eine neue und grauenhafte Idee: „Vernichtet all die Bestien.“ Und je tiefer er sich ins Herz der Finsternis begibt, desto durchlässiger werden die Grenzen zwischen Traum und Realität, Gut und Böse, dem Fremden und dem Eigenen – oder war es nicht schon immer das Gleiche?

 

Zwei Schauspieler, eine Tänzerin und eine Musikerin der costa compagnie erarbeiten sich den Weg des Erzählers Marlow in den Dschungel hinein, setzen sich und das Publikum dem Sog der Sprache Conrads aus. Hannah Arendt beschrieb den Roman als wichtiges Dokument, das über seinen realhistorischen Gehalt hinaus Vergangenheit und Zukunft bis heute lesbar und den Komplex von Handelsmacht, Unterdrückung und Rassenwahn verständlich macht. Eine Geschichte, die sich heutzutage in der Figur des russischen Waffenhändlers Viktor But ebenso spiegelt, wie in zwischenstaatlichen Handelsbeziehungen.

 

Nicht zuletzt ist HERZ DER FINSTERNIS als Urszene des 20. Jahrhunderts zu verstehen, durch die wir nachvollziehen, wie sich das Trauma eines Individuums in die Angst eines ganzen Kollektivs verwandelt.

 

Mit Lisa Flachmeyer, Signe Koefoed und Paul Walther

 

Regie und Text: Felix Meyer-Christian

Dramaturgie: Stawrula Panagiotaki 

Bühne: Eylien König

Kostüme: Julia Berndt

Sounddesign und Musik: Katharina Kellermann und Matthias Reiling

Choreografie, Tanz und Video: Signe Koefoed

Licht: Sönke C. Herm

Video: Jonas Plümke

Regieassistenz: Liza Boban-Wyludda

 

www.costacompagnie.org

 

Die Einführung am Donnerstag, 27. September muss aus Krankheitsgründen leider entfallen! 

  

Am Samstag, 29. September lädt der Verein der Freunde und Förderer des LICHTHOF zum Publikumsgespräch im Anschluss an die Vorstellung ein. 

 

Diese START OFF-Produktion wird ermöglicht durch:

 

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Fotos: G2 Baraniak

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